Halte du den Glauben fest, dass dich Gott nicht fallen lässt


Liebe Leserinnen und Leser,

die ersten Worte des Monatsspruchs für September aus dem Buch des Predigers Salomo entstammen einem Kapitel, das in der neuen Lutherbibel mit den Worten überschrieben ist: „Alles hat seine Zeit.“

In diesem Kapitel ist vom wechselvollen Lauf des Lebens die Rede, vom „Geboren werden“ und „Sterben“, vom „Weinen“ und „Lachen“, von „Streit“ und „Frieden“. Es hört sich so an, als kämen diese Worte aus dem Mund eines Menschen, der die Dinge positiv zu sehen vermag, dem größeres Leid erspart geblieben ist, der die Erfahrung gemacht hat, dass sich die Dinge letztlich zum Guten wenden.

Doch es kann einem Menschen auch anders ergehen. Durch ein schweres körperliches oder seelisches Leiden verliert das Leben seine Schönheit. Sicher geglaubte Gewissheiten zerrieseln wie Sand zwischen den Fingern. Es geht an die Substanz.

In solchen Zeiten zeigt sich, was einen Menschen in seinem Inneren ausmacht. Sind es allein die Sorgen und die Angst, nicht mehr Herr der Lage zu sein? Oder ist da auch etwas von dem Vertrauen und der Zuversicht zu spüren, dass ich nie tiefer fallen kann als in Gottes Hand?

Von Gott gehalten zu werden egal wie tief wir fallen oder wie weit wir vor Gott fliehen mögen, das ist uns durch die Taufe persönlich zugesichert und das ist die Grundlage allen Glaubens. Denken wir etwa an den Propheten Jona. Auf seiner Flucht vor Gott wird er von Gott durch einen Walfisch errettet. Oder denken wir an die angsterfüllten Jünger, deren Boot auf stürmischer See von Jesus zur Ruhe gebracht wird.

Es mag sein, dass alles fällt,
dass die Burgen dieser Welt
um dich her in Trümmer brechen.
Halte du den Glauben fest,
dass dich Gott nicht fallen lässt:
Er hält sein Versprechen. (EG 378)

Ihr Pfarrer Markus Köber


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